Classic Music Dinner mit Bastian Thomas Kohl im Restaurant PUR

Vom Opernhaus Zürich über Auftritte mit den Nürnberger Symphonikern bis hin zu Gastspielen im Bayerischen Rundfunk und Bayreuth begeistert der 29-jährige Sänger das Publikum mit seiner in vielerlei Hinsicht tragenden Stimme immer wieder aufs Neue. Am Sonntag, 29. Januar 2017, entführt er die Gäste im Restaurant PUR in die musikalische Welt von Barock bis Pop. Im Interview gibt er persönliche Einblicke.

Wie sind Sie das erste Mal mit klassischer Musik in Berührung gekommen?

Hm… das erste Mal, an das ich mich erinnern kann, das muss so mit sechs Jahren gewesen sein. Das war zur Weihnachtszeit mit meinen Eltern, als sie eine Schallplatte mit dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aufgelegt haben. Das war zumindest das erste Mal, dass ich Musik dieser Art gehört habe. Seitdem habe ich dieses Stück sehr oft gehört und mittlerweile auch oft selbst gesungen.

In welchem Moment wussten Sie, dass es für Sie Bestimmung ist, Opernsänger zu werden?

Bestimmung ist, glaube ich, immer damit verbunden, dass man irgendwo merkt, dass man ein gewisses Talent hat. Natürlich sollte man immer sehr natürlich und würdevoll damit umgehen. Ich glaube, bei mir war es der Moment, als ich gemerkt habe, dass ich gut genug war, an einer Hochschule aufgenommen zu werden und das studieren darf. Das war so mit 19 Jahren. Da habe ich angefangen zu studieren und die ersten Konzerte gegeben. Damals war ich im Gewandhaus und im Opernhaus in Leipzig.

Ist es schon einmal vorgekommen, dass Sie bei einem Auftritt so ergriffen waren, dass die Emotionen einfach über Sie gekommen sind?

Ja, aber wirklich erst einmal. Das war too much, das war in Wien im Musikverein und ist zwei Jahre her. Ich hatte mein Debut und war auch mit Abstand der Jüngste. Dann war auch noch ein besonderer Dirigent mit dabei; er ist leider kürzlich verstorben. Das ist auch der Beste, der Wiener Musikverein, weshalb es eine riesige Ehre war. Meine Familie sass im Publikum. Das Ganze wurde auch für das Radio aufgezeichnet. Da ist man schon sehr angespannt und als es dann fertig war, da war ich persönlich schon sehr zufrieden. Sie kennen das ja, man läuft rein, raus, dann wird geklatscht. Irgendwann ist das ganze Publikum aufgestanden und dann gab es 35 Minuten Applaus, also extrem lange. Und ich bin da sicherlich 19 Mal reingelaufen. Da habe ich so viel gelacht, dass meine Gesichtsmuskulatur nur noch gezuckt hat und ich dann auch die nächsten paar Tage (wahrscheinlich auch nachts) nur noch gelacht habe.

Wie lange proben Sie für ein Opernstück, bis die Premiere stattfindet?

Das ist ganz unterschiedlich. Wenn man eine Oper, zum Beispiel eine Neuinszenierung nimmt, dann meist circa vier bis sechs Wochen.

Was fühlen Sie kurz vor einem Auftritt, was geht in Ihnen vor?

Man ist sehr konzentriert und fokussiert und probiert am Tag die Stimme aus, ob alles in Ordnung ist. Man weiss mittlerweile, dass man viel Schlaf benötigt. Jeder hat da so seine Kniffe. Man hofft natürlich, dass alles gut geht – doch eine gewisse Anspannung ist immer da, das gehört einfach dazu. Man kitzelt das Adrenalin heraus, um das Bestmögliche zu geben. Doch Anspannung und Vorfreude überwiegen kurz vor dem Auftritt.

Es ist eine grosse Ehre für uns, mit Ihnen gemeinsam das erste Classic Music Dinner im Restaurant PUR durchzuführen. Machen Sie so etwas in der Art öfters?

Ja es gab in den vergangenen Jahren bereits im Opernhaus oder im Baur au Lac in Zürich eine Eventreihe mit Galadinner, wo verschiedene Solisten aufgetreten sind und man als Sänger den Gästen ganz nah war.

Wie ist die Idee einer Zeitreise von Barock bis Pop für das Classic Music Dinner im Restaurant PUR entstanden?

Die Idee ist eigentlich entstanden als ich meine ganzen Noten durchgeguckt habe – das sind so mehrere tausend Seiten ganz vieler Epochen. Da dachte ich mir, ich sortiere alles und mir gefiel der Gedanke einmal eine ganze Bandbreite zu zeigen.

Und zum Schluss eine etwas ungewöhnliche Frage: In welcher Umgebung hören Sie sich am liebsten selbst singen?

Als Sänger – das geht meinen Kollegen bestimmt auch so – singt man ja immer und überall und das die ganze Zeit: vor dem Fernseher, mit dem Frühstückskaffee in der Hand, wenn man unterwegs ist oder auch mal im Zug. Aber am liebsten höre ich mich in einem Raum mit guter Akustik, wo es gut klingt.

Herzlichen Dank an Bastian Thomas Kohl, für die interessanten Einblicke. Wir freuen uns sehr auf das spezielle Highlight vom Sonntag, 29. Januar 2017!

Hier geht’s zum Classic Music Dinner Menu und zur Reservation.
Hier geht’s zu Bastian Thomas Kohl‘s Hörproben.

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