Was Kellnerinnen denken – Teil 1

Sie sitzen in einem gemütlichen Restaurant, haben mit Ihrem Partner oder Freunden ein feines Abendessen genossen. Es hat alles gepasst, Sie geniessen die Stimmung und den Nachklang des ausgezeichneten Menus. Als Sie das Restaurant verlassen, wollen Sie Ihren Dank ausdrücken. Ja für was denn? Für das feine Essen natürlich! Die Köche haben wieder Aussergewöhnliches vollbracht. Und ja klar, die Bedienung war auch klasse! Wieso eigentlich?

Man hat von Ihr ja gar nichts bemerkt. Ganz im Gegensatz zum Koch, welcher durch seine Fähigkeiten nicht nur die Emotionen sondern auch den Gesprächsstoff während dem Abend fütterte. Was zeichnet einen guten Kellner aus und wo bleiben die Persönlichkeiten der Front, wenn die Küchenchefs auf den Hochglanzmagazinen den grossen Auftritt geniessen? Von einem interessanten Gespräch mit zwei jungen aber erfahrenen Fachkräften berichtet Gabriel Imhof, welcher selber eine Ausbildung als Restaurationsfachmann geniessen durfte und nun als Praktikant im SEEDAMM PLAZA arbeitet.

Weshalb wählt man den Beruf „Restaurationsfachfrau“ und geht eine Lehre von rund drei Jahren ein?

Sandra: Bevor ich meine Lehre begonnen habe, war ich bereits zuhause ein bisschen wie eine Kellnerin und fragte den Besuch ob ich einen Kaffee oder einen Tee bringen darf. Während meinem Ferienjob als Tellerwäscherin konnte ich ab und zu auch einige Teller servieren, was mir sehr viel Spass bereitet hat. Daraufhin habe ich einige Schnupperlehren auf diesem Beruf absolviert und es war schnell klar – das Gastgeben liegt mir im Blut.

Was ist deiner Meinung nach das anspruchsvollste an deiner Arbeit?

S: Für mich war es zu Beginn das mangelnde Selbstvertrauen. Am Anfang wollte ich mich in gewissen Situationen am liebsten verkriechen. Doch ich lernte damit umzugehen und mein Selbstvertrauen zu steigern. Es sind dann auch die Gäste, die mir Kraft schenken, wenn die Augen glänzen und ich Komplimente, ob in mündlicher oder Schriftlicher Form erhalte.

Du hast den Beruf der „Restaurationsfachfrau“ gelernt. Studenten ohne diese Ausbildung üben den gleichen Beruf aus. Wie war die Reaktion aus deinem Umfeld, als du von deinem Beruf, deiner Ausbildung erzählt hast.

S: Die erste Frage war meistens „Was restaurierst du?!“. Nach einer Erklärung kamen dann Reaktionen wie „bestimmt streng… – unregelmässig arbeiten, gell?“. Das ist wahr. Es kann streng sein und ich arbeite anders als die meisten im Kollegenkreis. Doch ich sage mir immer: „Machst du’s gerne, ist es OK“.

Waren die Leute überrascht, dass du dafür eine dreijährige Ausbildung auf dich nimmst?

S: Ich glaube, den meisten ist gar nicht bewusst, wie viel Wissen vermittelt wird und was wir alles können müssen, um diesen Beruf erfolgreich auszuüben. Wie auch in anderen Berufen wird auch hier immer wieder unterschätzt, was alles dahintersteckt.

Was zeichnet überhaupt einen guten Kellner, eine gute Kellnerin aus?

S: Für mich ist es in erster Linie die Freundlichkeit und Präsenz.

Welche charakteristischen Eigenschaften gehören denn deiner Meinung nach zum Profil?

S: Ganz wichtig ist meiner Meinung nach, keine Vorurteile zu haben. Da schaut ein Herr etwas grimmig drein, aber vielleicht ist er der liebste Mensch auf Erden. Man sollte auf jeden Fall offen sein und niemanden verurteilen.

Findest du Berufsstolz wichtig?

S: Man sollte auf jeden Fall Berufsstolz haben, jedoch nicht so, dass es als arrogant empfunden wird. Wir sind Dienstleister und für den Gast da. Wir widmen uns voll und ganz seinem Aufenthalt bei uns und da ist eine gewisse Bescheidenheit nicht fehl am Platz.

Weshalb hast du das SEEDAMM PLAZA als deinen Lehrbetrieb ausgewählt?

S: Ich war in der glücklichen Lage, aus mehreren Angeboten wählen zu können und habe mich schlussendlich für das SEEDAMM PLAZA entschieden, weil es mit seiner Grösse eine einmalige Vielseitigkeit bietet. Zudem besteht hier ein starker Zusammenhalt zwischen den Lehrlingen, was bei Prüfungsvorbereitungen hilfreich für mich war, da wir uns gegenseitig unterstützt haben.

Was möchtest du unseren Lesern abschliessend aus der Sicht einer Kellnerin mit auf den Weg geben?

S: Wir sind an der Front und am Gast. Wenn einmal etwas schief geht, sind wir diejenigen die dafür gerade stehen müssen. Ob das nun unser Fehler ist oder derjenige der Küche oder einer anderen Abteilung.

Liebe Sandra, vielen Dank für das Gespräch!

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