Wie ein Hotel zu seinen Sternen kommt

Mancher hat sich schon gefragt wer eigentlich das Sagen hat, wenn es um die Vergabe von Hotelsternen geht. Über Sinn, Berechtigung und Erstaunendes der Klassifizierungen.

Die Schweizer Vorreiterrolle

Wie ich aus erster Quelle erfahren habe spielt die Schweiz bei der internationalen Sternevergabe eine Vorreiterrolle. Seit über 30 Jahren um genau zu sein, denn im Alpenstaat kam es 1978 zur ersten Klassifikation bis ***Sterne.

Doch weil es leider keine international einheitlichen Klassifizierungen gibt, sind offiziell verliehene Hotelsterne nicht immer mit den Sternen übereinstimmend, die in Reiseführern und –Katalogen angegeben werden. Selten hat man ja auch von 7 Sternen gelesen – man stelle sich vor wie ein Gast, auf einer goldenen Sänfte ins Hotel getragen wird J. Dieses Segment bildet jedoch die absolute Ausnahme, da man international von max. 5 Sternen spricht, allenfalls mit Zusatz «Superior». («Superior» bezeichnet Spitzenbetriebe, welche deutlich mehr Punkte als in ihrer Kategorie erforderlich erreicht haben und deren Gesamteindruck den in ihrer Kategorie erwarteten überragt.)

Der Teufel liegt wie immer im Detail

Doch woran wird ein Hotel im Detail gemessen? Aufschluss darüber gibt die Bewertungsskala im Kriterienkatalog von Hotelleriesuisse. Schweizer Hotels, wie das SEEDAMM PLAZA werden regelmässig von Hotelleriesuisse auf Herz und Nieren geprüft. Hotels die gemäss Kriterienkatalog eine bestimmte Anzahl Punkte erreichen, werden entsprechend in Swiss Logde, 1 Stern – 5 Sterne zugeordnet. Nebst zwingenden Mindestkriterien wie z.B. Sauberkeit/Hygiene, Erhaltungszustand, Personal und einem Speise-& Getränkeangebot im Betrieb, kommt eine Fülle von optionalen Kriterien dazu. Von denen wiederum kann der Hotelier frei wählen welche er zur Zielerreichung einer bestimmten Punktzahl anstreben will. Kleine Dinge wie übersichtliche, regionale und variantenreiche Speisekarten beeinflussen die Bewertung positiv. Oder um das Ganze noch etwas genauer zu beleuchten, muss ein 5* Hotel im Gegensatz zu einem 4* Hotel zwingend ein 24 Stunden Speisenangebot mit Roomservice, Valet Parking Service, 2 Kopfkissen pro Gast, den allseits beliebten Bademantel, einen Schuhlöffel im Zimmer oder einen Bügelservice mit Rückgabe innert 1 Stunde anbieten können und einen ausgebildeten Concierge im Haus haben, um nur einige zu nennen.

Bewertungsskala Hotelleriesuisse
Bewertungsskala Hotelleriesuisse

Die wichtigsten Erneuerungen im Kriterienkatalog seit 2005

Spitzenreiter bei der Aktualisierung des Kriterienkataloges und Möglichkeit der Hotels die meisten Punkte zu holen sind:

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Schlafkomfort
– Qualität und Hygiene, ein hochwertiges Bettsystem, die Länge, Breite und Höhe des Bettes bis hin zu verschiedenen Arten von Kissen und Allergiker-Bettwäsche.

Sicherheit – das kann von einer vermeintlich einfachen Antirutschmatte im Bad, einem Nachtlicht um ein nächtliches Stolpern über das Ladekabel zu ‚umgehen‘ bis hin zu übergeordneten Sicherheitsvorkehrungen wie Brandschutz, Evakuation und vielen weiteren.

IT – Wlan- und Netzstabilität sind nicht mehr wegzudenken, wer da nicht mithalten kann, dem wird der Stecker gezogen.

Ein weniger punkterelevanter aber dennoch wichtiger Aspekt, ist das Umweltbewusstsein eines Hotels, wie eine effiziente Stromnutzung, E-Tankstelle und weitere Massnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit über den gesetzlichen Rahmen hinaus.

Facts & Figures aus der Schweizer Hotelbranche

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Background eines Hotel Auditors

Offizielle Auditoren zeichnen sich durch Unabhängigkeit und langjährige Erfahrung ‚on the Job‘ aus. Es sind ehemalige Hoteliers, die sich von der Pike auf hochgearbeitet haben, von der klassischen Ausbildung an der Hotelfachschule, diversen Stationen in verschiedenen Betrieben, zusätzlichen Ausbildungen wie ein Nachdiplomstudium zum diplomierten Hotelier, eine Marketing- oder betriebswirtschaftliche Weiterbildung absolviert haben, in der Direktion Betriebe geführt haben, eine gewisse Sprachgewandtheit mitbringen und sich an Coachings laufend weiterentwickeln. Das zeigt, dass die Sache mit den Sternen ganz und gar nicht von ungefähr kommt wenn jährlich an die 250 – 300 Betriebe auditiert werden.

Please disturb

Willst du dir ein eigenes Bild über das SEEDAMM PLAZA machen, ist das Event Blick hinter die Kulissen am Freitag, 30. September 2016 oder Please disturb, die grösste Hotelschau der Schweiz, welche am Sonntag, 19. März 2017 stattfindet. Eine einmalige Gelegenheit faszinierende und exklusive Einblicke in das Innenleben der pulsierenden Betriebe zu erhalten.

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