Schnell unterwegs: eine postdigitale Gedankenreise

Welten fliessen ineinander. Wird ein neuer Umgang mit Digitalem geboren? Ist Offline das neue Online?

 Was kommt nach dem Overkill von Social Media & Co.? Haben wir den Tipping-Point für einen neuen Medienumgang erreicht oder etwa schon verschlafen?

Parallelwelten on- & offline

Unternehmen bedienen sich heute vielerlei Megafone, um mit ihren Kunden zu kommunizieren: Es gibt die klassischen Marketingkanäle wie Printwerbung, Plakate, Fernseh- und Radiowerbung, Broschüren, Flyer und Werbeversand. Dazwischen gibt’s mal eine Prise Guerilla-Marketing oder der mehr oder manchmal auch weniger geschätzte Newsletter. On the top – auf einer nicht so richtig greifbaren Ebene – die vielen digitalen und Social Media Kanäle.

Laut Y&R media use index 2015 verlor Facebook seit 2012 rund 20% an Relevanz. Auf dem aufsteigenden Ast sind hingegen Instagram, Snapchat und Twitter. An dieser Stelle könnten noch zig weitere Plattformen und Tools aufgezählt werden, die trendy sind, sich möglicherweise durchsetzen oder so schnell wieder verschwinden, wie sie auftauchen. Auf dem Laufenden bleiben müssen … – Es scheint, als schwinde uns der Kopf davon. Offensichtlich fehlt es an Orientierung. Nichts muss – alles kann.

Das neue Medienerlebnis

2011 sagte Nina Pauer im Interview „Analoges Blut – digitaler Geist“ der Sonntagszeitung: „Wir haben uns alle online kopiert. Facebook ist eine Verlängerung des Ichs. Pausen gibt es nicht. Wir sind vom punktuellen E-Mails-Checken zu etwas Linearem übergegangen, einer Sphäre der ständigen Anwesenheit.“

Fünf Jahre später drängt sich die Frage nach dem nächsten Schritt der Kommunikation im digitalen Zeitalter auf. Weg von der Ego-Nummer, wo alles auf Applaus aus ist – hin zu mehr Substanz und Gemeinsamkeit. Kann eine „Überdigitalisierung“ in der Kommunikation kontraproduktiv sein? Entzieht die Interaktion auf rein digitaler Ebene dem Dialog mit dem Kunden das Persönliche? Wird die Kommunikation dessen beschnitten, was sie eigentlich ausmacht – wenn On- und Offline-Mittel nicht zwingend miteinander verschmelzen?

Sinnliche Gesamtheit

Der Mensch ist und bleibt ein sinnliches Wesen. Er braucht die Haptik, Mimik und Empathie, die Empfindung über die Gefühlslage des Gegenübers. Er schätzt auch mal einen erfrischend ungeahnten Gesprächsverlauf. Sprechen wir vom Menschlichen, meinen wir menschliche Beziehungen. Eine Beziehung also, oder anders gesagt: ein spürbarer Zusammenhang.

Ein wissenschaftliches Thema oder eine einfache Markenbotschaft lässt sich über die Gesamtheit der Sinne besser be-greifen. Wäre es nicht toll, unterschiedliche Strukturen eines Produktes über Elektroimpulse auf dem Touchscreen er-fühlen zu können? Wie wäre es direkt mit dem Kundenservice-Mitarbeiter, statt über den Text-Chat, im eigenen Büro als Hologramm projiziert zu sprechen? Denn da, wo Beziehungen von Mensch zu Mensch geschaffen werden, entsteht eine Bindung. Identifikation mit dem Menschen und seiner Botschaft, nicht mit dem Digitalen selbst.

Die Zukunft wird zeigen, wo klassische und moderne Tools ineinandergreifen. Wo Kunden und Unternehmen auf begeisternde, unterhaltsame Weise zusammenrücken. Wo Raum bleibt für Pausen und neue Gedanken.

Als Leiterin Online-Marketing vom Hotel SEEDAMM PLAZA in Pfäffikon SZ gehört es zu meinen täglichen Herausforderungen, meine Nase in den digitalen Wind zu strecken. Woher kommt er, was bringt er mit, wohin trägt er uns? Ich persönlich wünsche mir: Mehrwert durch Sinn und Werte. Und das möglichst einfach, prägnant, flexibel, kreativ und vor allem nahbar & menschlich. So bin ich gerne digital unterwegs.

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